308. Mittwochsbrief – 24.01.2018
 
 

Wetten, dass… Achtklassspiel – Proben für Jules Vernes "In achtzig Tagen um die Welt"

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Wetten haben es ja so an sich, dass sie ein Risiko in sich bergen und für beide Seiten durchaus zur Zitterpartie werden können. So ist es auch im Fall des reichen englischen Gentleman Phileas Fogg, der mit Mitgliedern eines Londoner Clubs um 20.000 Pfund Sterling wettet, es in 80 Tagen um die Welt zu schaffen. Auf der turbulenten Reise wird er von seinem französischen Diener Passepartout begleitet. Und er wird auch verfolgt: nämlich von dem Detektiv Fix, der irrtümlicherweise annimmt, in Fogg einem Bankräuber auf der Spur zu sein. Im Lauf der Geschehnisse rund um die Welt eröffnet sich ein regelrechter Bilderbogen an Landschaften, Kulturen und geschichtlichen Ereignissen. 

Angesichts einer derartigen Vielfalt erscheint es eine ebenso große Herausforderung, solch ein Stück mit einer achten Klasse auf die Bühne zu bringen, in dem sage und schreibe 13 verschiedene Bühnenbilder zu gestalten sind und 150 unterschiedliche Kostüme benötigt werden. Die Klassenlehrerin Mareike Temmen bestätigt, dass ihr all dies bei der Stückauswahl durchaus klar war: „Aber die Schüler waren in den Entscheidungsprozess eingebunden und haben sich mit großer Mehrheit für Jules Vernes Abenteuerroman ausgesprochen.

Das ist ganz wichtig für die Motivation. Es gibt mehrere große Rollen mit viel Text und sehr viele Nebenrollen. Bisher kann ich nur sagen, dass die Jungen und Mädchen richtig gut gelernt haben“, erzählt sie gut zwei Monate vor den Aufführungen. Zudem weist die Lehrerin darauf hin, dass es am Ende natürlich das Ziel sei, eine gelungene Inszenierung auf die Bühne zu bringen, während des Erarbeitungsprozesses jedoch genauso viel Wert auf pädagogische Gesichtspunkte gelegt werde. „Wir haben auch Schülern Rollen gegeben, bei denen wir uns nicht sicher waren wie sie diese meistern würden. Mittlerweile kann ich sagen, dass diese Kinder sich nicht nur richtig Mühe geben, sondern auch über sich selbst hinaus-
wachsen.“ 

Ein Klassenspiel bietet eben die Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes, mal eine ganz andere Rolle als im alltäglichen Leben einzunehmen. Genau das bringt ein Achtklässler auf den Punkt, wenn er berichtet: „Mir gefällt das Spielen sehr, weil man nicht nur während der Proben ein anderer Mensch sein kann, sondern sich danach auch außerhalb anders fühlt.“ Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch, dass alle Jungen und Mädchen der Klasse in das Bühnengeschehen eingebunden und sich bewusst sind, mit ihrem Part zum Gelingen des großen Ganzen einen wichtigen Beitrag zu leisten und sei der scheinbar auch noch so klein. Bei den Nebenrollen  stellen manche in einer Besetzung drei bis vier Figuren dar. Ein anderer Mitschüler fügt hinzu: „Ich glaube, wir machen das Klassenspiel, weil wir zum einen lernen, frei vor einem großen Publikum zu sprechen, was uns zum Beispiel bei den Jahresarbeiten helfen kann. Zum anderen bringt es die Klasse noch mehr zusammen.“ Diesen Prozess bezeichnet die  Klassenlehrerin als Synergieeffekt, den sie auch in der Elternschaft beobachtet. 

Bevor im Herbst letzten Jahres mit den Proben begonnen wurde, hat der Schulvater Tilman Wohlleber das Stück inhaltlich so aufbereitet, dass es für Jugendliche dieses Alters und bühnentechnisch realisierbar wurde. Victoria Wohlleber (Tanz und Theater) machte in der Klasse bereits  zu Schuljahresbeginn Körper- und Sprachübungen, Improvisationen und Koordinationseinheiten als Vorbereitung für die Rollenarbeit und führt mit Frau Temmen durch die Regie. In einer Projektwoche vor den Herbstferien hatten Schüler gemeinsam mit Eltern in Arbeitskreisen zu unterschiedlichen Bereichen wie Bühnenbild, Kostümen, Medien, Requisiten und  Öffentlichkeitsarbeit schwerpunktmäßig Vorbereitungen getroffen und recherchiert. Dabei wurden z.B. für die Kostümauswahl immer wieder historische Bilder und Inhalte betrachtet. Frau Temmen kommentiert die gute Kooperation mit den Eltern folgendermaßen: „Ich bin sehr angetan von der Vielfalt an Talenten, die Väter und Mütter als Fachleute oder einfach aus Begabung einbringen. Das gilt für alle Arbeiten, sei es auf der Bühne aber auch backstage, wie zum Beispiel mit der aufwendigen Organisation der vielen verschiedenen  Kostüme, Möbel oder Requisiten passend zu den einzelnen Ländern. Auch die Musikauswahl wurde auf den jeweils dargestellten Kulturkreis abgestimmt.“ Zudem betont sie die fächerübergreifende Wirkung der Probenzeit aufgrund der vielen geschichtlichen und geographischen Zusammenhänge.

Um die 16 Bilder mit 13 verschiedenen und zudem außergewöhnlichen Schauplätzen in Szene zu setzen, wird auch die Medientechnik einbezogen. Zunächst sind aus Schülerhand Scherenschnitte entstanden,  die dann abgefilmt und  als Videosequenzen aufbereitet wurden. Deren Zweidimensionalität setzen sich zum Teil auch im Bühnenbild und in gefertigten Requisiten neben echten Möbeln in den Szenen fort. 

Zurück zum Inhalt: Fogg und sein Diener Passepartout sind bei ihrer Rückkehr nach London zunächst enttäuscht, da sie die Frist von 80 Tagen knapp verpasst haben. Wie es dann tatsächlich ausgeht, kann vom 15.3. bis 18.3.2016 im Saalbau nachverfolgt werden. Und bei dem derzeitigen Einblick in die Probenarbeiten lässt sich heute schon sagen: Wetten, dass… das Stück auch für die Zuschauer eine sehr sehenswerte und spannende Weltreise wird.
A. Vogelgesang

 
 
 
 
 

Der neue Eurythmielehrer stellt sich vor

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„Männer in der Eurythmie, das ist manchmal ein Tabu, nicht nur bei Schülern. Jungen denken oft, Eurythmie, das ist nur etwas für Frauen. Dabei ist es gut für sie“, sagt Wilson Dos Santos, der seit diesem Schul-
jahr als Eurythmielehrer an der Schule ist.

Am Institut für Waldorfpädagogik in Witten, wo Wilson Dos Santos Eurythmie studiert hat, hielten sich die Geschlechter dann die Waage. „Als Künstler ist das kein Problem, aber als Lehrer stößt man manchmal auf Vorurteile“, kommentiert Herr Dos Santos und doch hat er sich ganz bewusst für eine pädagogische Laufbahn entschieden. Schon in Brasilien hat er gerne mit Kindern gearbeitet. „Bei der Tätigkeit als Lehrer merkt man schnell, dass das Wesentliche weit über das Unterrichten hinausgeht.“

Geboren wurde Herr Dos Santo in Pernambuco, im Nordosten Brasiliens. Mit fünf Jahren zog er nach São Paulo. Als in Brasilien ein freiwilliges soziales Jahr anstand und Herr Dos Santos erfuhr, dass die Möglichkeit bestand, es im Ausland zu absolvieren, entschied er sich für Deutschland und kam so 2012 nach Niederstadtfeld bei Gerolstein, wo er in einer Rudolf-Steiner-Einrichtung mit kunstpädagogischer Ausrichtung mit Jugendlichen gearbeitet hat. Einmal die Woche bot er dort auch Kurse an, die mit Tanz arbeiteten – Afroamerikanisches Tanzen, Gitarre und Bossa Nova.

„Die Zeit war sehr schön und ich habe viel  gelernt“, berichtet er und am Ende musste er sich die Frage stellen, wie es weitergehen sollte. Ihm war schnell klar, dass er gerne in Deutschland bleiben würde. Sozialpädagogik und Heilpädagogik standen im Raum. Er fragte sich, ob er als Sportlehrer auch Waldorflehrer werden könne. In Witten riet man ihm wegen seiner damals zu geringen Deutschkenntnisse davon ab, Klassenlehrer zu werden. „Aber du tanzt sehr gut, vielleicht ist Eurythmie etwas für dich“, hieß es. Daraufhin befasste er sich eingehender mit Eurythmie, reiste nach Stuttgart, um sich Aufführungen anzusehen, war begeistert. Er meldete sich zur Aufnahmeprüfung für den Studiengang Eurythmie in Witten an und bestand den Test. Dos Santos freute sich: „Ok, du kannst Eurythmie machen!“

An der Schule hat er die Klassen 1, 5r, 8 und 11 übernommen. „Die Arbeit mit den Jugendlichen ist super.“ Bevor es mit den Schülern auf die Bühne geht, möchte er noch etwas länger mit ihnen zusammenarbeiten, doch Aufführungen für die Monatsfeier sind schon in Planung und für die Arbeit mit den Klassen stehen viele Projektideen im Raum, sogar die Überlegung der Teilnahme an einem Eurythmie-Festival in Brasilien.

Zu seinem Leben hier sagt er: „Ich bin ein bisschen verliebt in Deutschland. Deutschland ist ein wunderschönes Land, es hat alles, Politik, Kultur, Religion und die Idee, die Vision von einer neuen Welt.“ Und hier an der Schule hätten ihm alle seinen Einstieg erleichtert: „Die Schüler und Lehrer waren sehr nett zu mir und haben mir immer geholfen. Ich bin gerne hier und hoffe, ich kann lange bleiben.“

Neben der Arbeit an der Schule arbeitet er noch an einem künstlerischen Projekt in Witten zu der Fragestellung „Was ist Eurythmie?“.

Auch hier hat sich Herr Dos Santos schon Gedanken zur Arbeit mit den Schülern gemacht: „Wie können wir neue Perspektiven in die Eurythmie bringen? Alte Stücke sind sehr wichtig als Grundlage. Aber die Jugendlichen brauchen etwas Neues, nicht nur das Alte, das ist die Basis, aber sie müssen auch angeregt werden, neu darüber nachzudenken.“

K. Meyer

 
 
 
 
 

Liebe Eltern der Klassen 1 - 8,

wir möchten Sie noch einmal an die Information erinnern, die vor den Weihnachtsferien an Sie durch den Schulverteiler versandt worden ist:
In diesem Schuljahr wird der Aufnahmekreis zusammen mit den Lehrern der Mittel- und Unterstufe ein neues Aufnahmeverfahren durchführen, welches an einem Wochenende abgeschlossen sein wird und somit das Verfahren erheblich verkürzt.
Da alle Klassenlehrer und viele Fachlehrer daran beteiligt sind, wird es am
Freitag, den 26. Januar 2018 keinen Unterricht für die Klassen 1 – 8 geben,
der Unterricht für die Klassen 9 – 13 findet wie gewohnt statt.

Mit freundlichen Grüßen
Für den Aufnahmekreis
Isabel Quante

 
 
 
 
 

Herzlich Willkommen zum Vortrag von Wolfgang Held

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„Die sieben Kernpunkte der Waldorf-
pädagogik – wie Schule heute menschlich und weltoffen ist“.
Nach 100 Jahren, nach drei Generationen finden und erfinden sich die Waldorfschulen naturgemäß von Neuem.
Es lohnt sich deshalb zu fragen, was sind die Kernanliegen, was ist der eigentliche Schatz, der diese erfolgreichste Reformpädagogik ausmacht, um auf diesem Boden, die am Menschen abgelesene Pädagogik neu zu begründen.

Vortrag am Montag, 5.2.2018 um 20 Uhr 
in der Rudolf-Steiner-Schule


Wolfgang Held, Vater dreier Töchter, studierte Waldorfpädagogik und Mathematik in Witten-Annen. Er publiziert regelmässig zu lebenskundlichen und anthroposophischen Fragen und ist Autor des jährlich erscheinenden Sternkalenders.

Zum 100jährigen  Jubiläum der Waldorfschulen schreibt er gegenwärtig an dem Buch 
„Wo das Herz schlägt - Ein Reisebericht durch die Waldorfschulen“.
 
 
 
 
 

Lehrertagung Medienpädagogik

Zur internen Kollegiums-Tagung am 8.1. mit dem Thema “Medienpädagogik” wurde von einer Lehrergruppe in einem Workshop eine Radiosendung nach dem Vorbild von KiRaKa  erstellt. Unter diesem Link ist sie zu hören: https://youtu.be/B21gC92yvyM

Zusätzlich ist auch ein Film produziert worden, der noch in der Postproduction bearbeitet werden muss.

 
 
 
 
 

Bücherstube

Erstklassige Bücher aus 2. Hand.
Öffnungszeiten: Donnerstag 8:00- 12:00 h und Freitag von 8:15 - 11:30 h 
und zu allen Festen. Maria Stolte freut sich auf Ihren Besuch.
Eingang an der Rückseite des Saalbaus, neben dem „Fuchsbau“ der OGS.

Donnerstags von 8-12 Uhr betreut  Alwine Wickenbrock den Verkauf und gleichzeitig den Handarbeitskreis, der parallel dort stattfindet. Interessierte können gerne mitmachen.

 
 
 
 
 

Termine

25.01.2018
Schulkonferenz

26.01.2018
Unterrichtsfrei  wegen Aufnahmeverfahren  (Klassen 1-8)
Notgruppen für den Vormittag und die OGS nur nach vorheriger Anmeldung über die jeweiligen KlassenlehrerInnen.

29.01.2018
Elternabend 3. Klasse, Beginn 20:00 Uhr

29.01.2018
Elternabend 6. Klasse, Beginn 20:00 Uhr

02. und 03.02.2018
Darstellung Jahresarbeiten

07.02.2018
Startschuss Jahresarbeiten

Termine KIGA

Periodische Termine:
Elterncafé / Handarbeitskreis:
Do von 8:30 bis 12:00 Uhr
Initiativkreis:
i.d.R. jeden 2. Do/Monat um 8:30 Uhr
Leih- und Stöberbücherei:
donnerstags von 8:00 bis 9:00 Uhr
Elterncafé mit pädagogischem Thema:
i.d.R. jeden 4. Do/Monat um 8:30 Uhr
Vorstandssitzung:
i.d.R. jeden 3. Mo/Monat um 20:00 Uhr

Rudolf Steiner Kindergarten Gerresheim e.V.
Diepenstr. 15 
40625 Düsseldorf 
Tel:  0211-23 41 07
Fax: 0211-621 81 55

 
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308. Mittwochsbrief

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